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  • Sandra Koch

Zurück zum Beton und in die Zukunft

Aktualisiert: 1. Nov 2019

Kennt Ihr das, wenn Ihr irgendwann ein oder mehrere Bilder zu einem Thema gesehen habt und wenn es drauf ankommt, findet Ihr nicht wieder was genau und bei wem es war?

So geht es mir seit meinem kleinen Berlinbesuch. Mit meiner Freundin Katja stromere ich durch die Straßen Mittes, wir laufen und laufen, auch an der Spree entlang. Zuvor in ihrer Küche hatten wir einen second-hand-guide vor uns liegen, entschieden uns dann aber mehr frei nach Schnauze loszuziehen. Dann fiel das entscheidene Stichwort. Futurium. Meine direkte Antwort darauf: Ist da nicht so ein kleiner Garten davor? Das hab‘ ich irgendwo gesehen.“


Ich versuchte das schnell zu googlen und fand erstmal nix, nahm mir aber auch keine Zeit dafür, wir wollten schließlich ja los.


Ein paar Stunden und einige km durch Mitte später, eben auch an der Spree entlang, stehen wir plötzlich davor. Das Futurium - Haus der Zukunft.

Es beherbergt das gleichnamige Museum, ein Ort für Präsentation und Dialog in Sachen Wissenschaft, Forschung und Entwicklung direkt am Kapelle-Ufer.


Ditt Schöne, hier konnten sich zwee Baliner Architekten austoben. Und die haben ein Faible für Geometrie. Richter und Musikowski (da ist Musik drin, das kann nur super sein) heißen die Kollegen und die haben JUCA Landschaftsarchitektur noch mit im Boot gehabt und auch Parzelle X. (Überall da, könnte ich es gesehen haben.)


Ich möchte jetzt zum Futurium gar nicht großartig tiefer ins Detail gehen, das ist nämlich noch gar nicht eröffnet und das genaue Eröffnungsdatum steht auch noch nicht fest. FJ 2019 ist geplant. Ich drückte mir also lediglich die Nase an der Scheibe der verschlossenen Türe platt. Punkte, überall Punkte. Und Ecken und Kanten.

Es gibt eine Webseite, einen Wikipediaeintrag und Zeitungsartikel, die Ihr gern für das Was, Warum, Wieso, Wofür durchackern könnt, denn für mich war das eigentlich Spannende, dass es tatsächlich einen Garten vor dem Gebäude gibt.

Tadaaa! Sieht erstmal ein wenig verloren aus, aber es ist ein richtiger kleiner Garten, mitten in Mitte, mitten in Beton und Glas.

Als Städter mit grünem Daumen und Herzen ist das ja schon eine interessante Frage: Wie wollen wir leben? Welche Herausforderungen und Chancen sind mit künftigen Entwicklungen verbunden? Als Städter der nicht am Hungertuch nagen muss, der einen Schrebergarten erstmal vorrangig für die eigene geistige Gesundheit betreibt, der Gemüse nicht anbauen muss, um davon zu leben, sondern weil er darf, weil Grünflächen in der Stadt nunmal rar sind, als so ein Städter, wie ich nunmal einer bin, sind solche Zukunftsfragen genau die, die hier im, am Futurium beantwortet werden könnten.

Irgendwas stand da auf einem Schild auch von Weltacker. Auch die sind mir durch Instagram ein Begriff.

Überhaupt, an dieser Stelle kann ich sie ja mal brechen, die imaginäre Lanze, für social media. Denn, mir war das alles bekannt, dank dieser Plattform, dass es in Berlin diese Projekte gibt und genau dafür ist das gut. Dass ich selbst in der “Provinz” ggf über all das heutzutage informiert sein kann, wenn ich nur will, ist doch großartig.

Zurück zum Futuriumgarten, der optisch nicht wirklich zum Designanspruch von Gelände und Gebäude passt. Es gibt da Schilder, die einiges erklären, aber ich habe nicht viel gelesen, ich war zu überwältigt von all dem grün und bunt zwischen all dem Glas und Beton. Wie eine Oase in der, zugegebenermaßen recht schicken, Wüste.

In meiner Kurzrecherche, zu diesem ziemlich spontanen Blogbeitrag, erfuhr ich, dass Parzelle X sich für die Gestaltung und Umsetzung verantwortlich zeichnet. Die Holzplattform und die verschiedenen Module darauf sind im Rahmen von “Werkstattwochen” in der Zeit vom 30.05. – 09.06.2018 entstanden. Ich bin gespannt, ob die den Winter überstehen.


Interessierte Berliner und Berlinbereisende sollten sich das jedenfalls gern mal direkt auch vor Ort anschauen, so lange noch so feines Wetter ist. Und vielleicht ist ja die ein oder andere Erdbeere noch gereift, zum Naschen.


Allen anderen müssen meine Fotos reichen.


Edit: Wie ich erfahren habe, ist die Modulinstallation, bei der natürlich bewußt auf Kontraste gesetzt wurde, nur eine temporäre und wird im Oktober abgebaut. Also macht Euch schnellstmöglich auf dorthin. Ich finde ja, je länger ich darüber nachdenke, dass das Futurium unbedingt dauerhaft einen Garten braucht. Was wäre die Zukunft ohne Gärten?


Hier noch eine Linksammlung für Euch:


http://www.parzelle-x.de/work/#/futurium/

https://juca.berlin/futurium-berlin/

https://www.2000m2.eu/de/category/blog-de/berlin-de/

https://www.futurium.de

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Futurium

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