August 25, 2018

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STAND DER DINGE

Blind-Date Edition #4 Peaches

March 10, 2018

“Was kommt dabei heraus, wenn sich 14 unterschiedliche Blogger zu einem festlegten Song Gedanken machen und die entstandenen Beiträge zeitgleich ins Internet stellen? Unter dem Motto „Peaches“ hat jede/r von uns einen Beitrag zu dem gleichnamigen Song von den The Presidents oft he United States of America geschrieben. Wir wissen nicht was die Anderen geschrieben haben, es gab keine inhaltliche Abstimmung und wir sind sehr gespannt auf das Ergebnis! 

 

Mit dabei sind: Gartenbaukunst, Hauptstadtgarten, Beetkultur (hier lest Ihr gerade), Der kleine Horrorgarten, Karo-Tina Aldente, Cardamonchai, Milli Bloom, Rienmakäfer, Garteneuphorie, Grüne Liebe, Garteninspektor, Faun und Farn, Mrs. Greenhouse & Buddenbohm & Söhne.

 

Viel Spaß beim Lesen!

 

Peaches come from a can

They were put there by a man

In a factory downtown

 

Pfirsiche kommen aus Dosen und Salat in Tüten. Ich fürchte diese Zeilen sind gar nicht so sehr an den Haaren herbeigezogen. Ich fürchte noch viel mehr, dass die meisten Menschen auch überhaupt nicht hinterfragen und auch gar nicht wissen wollen, woher Obst und Gemüse kommen, die dann in Dosen oder Tüten bei ihnen zuhause landen. Ansonsten würde es nicht zu jeder Jahreszeit eine so unglaublich große nichtsaisonale Auswahl geben. 

 

Es herrscht kaum mehr ein Bewußtsein für Lokales und Saisonales. Dazu kommt: in meinem Supermarkt um die Ecke können einige Kassierer einen Sellerie nicht von einer Steckrübe unterscheiden.

 

Aber, kein Grund hier versnobt den Zeigefinger zu heben. Es gab Zeiten, in der auch wir Salat in Tüten eine großartige Idee fanden. Gar nicht so abwegig wie Ihr jetzt vielleicht meint.

 

Meine Eltern  und viele Menschen Ihrer Jahrgänge sind große Fans von fertig verpackten, konservierten, zubereiteten Lebensmitteln. Sie kommen nämlich aus einer Zeit, in der man nicht einfach im Supermarkt um die Ecke alles kaufen konnte. Sie haben erlebt, dass für die Familie und sich selber sorgen mit sehr viel Arbeits- und Zeitaufwand verbunden war. Säen und pflanzen, anziehen, ernten & schließlich einkochen war ihrerzeit lebensnotwendig und nahmen einen großen Teil Lebenszeit ein. Konserven & gewaschener, gerupfter, vorsortierter Salat aus der Tüte sind für sie der Inbegriff von Fortschritt.

 

Wir, die neue Generation, sind jetzt wieder andere Impulse gewohnt. Schneller Konsum, egal von was, bestimmt unser Dasein. Salat in Tüten und Pfirsiche aus der Dose bieten ja eine nicht zu unterschätzende Zeitersparnis. Aber einige von uns entwickeln ein Bewußtsein dafür, dass dadurch auch ein nicht wiedergutzumachender Schaden an unserer Umwelt und der Natur entsteht. Einige von uns, ich zähle mich selbst dazu, brauchen dann einen Gegenentwurf.  

 

Eine Lösung? Wieder selber gärtnern und verwerten.

 

Gärtnern bedeutet schließlich zu beobachten, mit der Natur zu gehen und von ihr zu lernen. Das Tempo bestimmt dabei eindeutig die Natur. Selbst einen Samen in die Erde zu bringen, einen Zögling wachsen zu sehen, ihn zu begleiten und zu pflegen, bis zur Ernte, ist eine großartige Sache. Und heutzutage für viele kein Muss mehr, weil lebensnotwendig, sondern fast schon ein Privileg. Gärtnern ist nicht unbedingt ein billiges Hobby. Es ist eine Haltung. Eine Lebenseinstellung. Grün- und biogärtnern dazu noch bienenfreundlich, noch viel mehr.

 

Für die, die es lebensnotwendig ist, bleibt es ein zeitaufwendiges, risikoreiches Unterfangen, denn nur weil einem mit Salat oder einem Radieschen gelingt, aus einem Samen eine Mahlzeit zu gewinnen, bedeutet es längst nicht,  dass man jederzeit aus einem Pfirsichkern einen Pfirsichbaum ziehen kann, unter dem sitzend man im Sommer von der Liebe träumen kann.

 

Uneinig ist man sich indes übrigens, was die Urheber dieser Zeilen mit dem Song eigentlich im Sinne hatten. Man sagt den Presidents nach, dass sie albern genug waren, um tatsächlich einfach nur ein Lied darüber zu schreiben, wie großartig Pfirsiche sind. Möglicherweise lässt sich noch heraushören, dass frische Pfirsiche cooler sind, als die ausser Dose, aber sonst stecke wohl nichts weiter dahinter. 

 

Andere behaupten, die Band hätte mitnichten Pfirsiche, sondern “the private parts of a woman” im Sinne gehabt. Nicht ganz abwegig. Steve Miller und auch die Allman Brothers haben sich schon mit Pfirsichen als Synonym in Songs beholfen. Die Sängerin Peaches ist ebenso für ihre explizite Haltung bekannt und welcher Name wäre da passender? Deutlichere Wörter wären gleichzeitig unfassbar plump.

 

Die letzten Zeilen im Song sind da ein sehr gutes Beispiel:

 

I took a little nap where the roots all twist

Squished a rotten peach in my fist

And dreamed about you woman

I poked my finger down inside makin' a little room for a ant to hide

Nature's candy in my hand or can or a pie

 

Schlau und witzig und auf eine einfache Weise herrlich tiefgründig. Ist mir total egal, ob das Zufall ist oder bewußt so geschrieben wurde, es ist meiner oder unserer Phantasie überlassen, was wir daraus machen. Und das ist völlig in Ordnung.

 

Movin' to the country,

Gonna eat a lot of peaches

Movin' to the country,

Gonna eat me a lot of peaches

Movin' to the country,

Gonna eat a lot of peaches

Movin' to the country,

Gonna eat a lot of peaches

 

Peaches come from a can,

They were put there by a man

In a factory downtown

 

If I had my little way,

I'd eat peaches every day

Sun-soakin' bulges in the shade

 

Der Sänger allerdings hat in einem VH1 Interview mal erzählt, dass er in ein Mädel verknallt war, zu dessen Haus losmarschiert ist, um seine Liebe zu gestehen und sie aber nicht zu Hause war. Er saß dann stundenlang unter einem Pfirsichbaum dort und dachte an sie und durch diese irgendwie doch sehr charmante Kindheits- oder Jugenderinnerung ist das Lied dann entstanden. Also auf gewisse Weise war da definitiv ein weibliches Wesen im Spiel.

 

Ein großartiger Song jedenfalls - einer meiner Liebsten. Seit Tagen habe ich Dank unseres Blogger Blind Dates einen Ohrwurm. Und den werde ich jetzt bedienen, die Platte liegt auf dem Plattenteller bereit, der Startknopf ist gedrückt & währenddessen besuche ich meine großartigen Mitblogger. Ich bin sehr neugierig, was die sich so zu diesem Song überlegt haben.

 

Gartenbaukunst, Hauptstadtgarten, Beetkultur (hier lest Ihr gerade), Der kleine Horrorgarten, Karo-Tina Aldente, Cardamonchai, Milli Bloom, Rienmakäfer, Garteneuphorie, Grüne Liebe, Garteninspektor, Faun und Farn, Mrs. Greenhouse & Buddenbohm & Söhne.

 

An dieser Stelle mal ein dickes Danke an Björn von Gartenbaukunst, der hier fleißig Mitschreiber aquiriert hat, der alle Kontakte geammelt und zusammengeführt hat und der auch die Idee für unsere musikalischen Blind Dates hatte.

 

Es gab derer bereits drei, wer die bisher verpasst hat, wird hier fündig:

 

Edition #1 Strawberry Fields

Edition #2 Summer Wine

Edition #3 I Like Birds

 

Bitte hinterlasst uns auch fleißig Eure Gedanken und Kommentare, wir freuen uns über Eure Rückmeldungen!

 

 

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