Knollenliebe

Ich habe ein Händchen dafür Kartoffeln keimen zu lassen. Naja, wenn man ganz ehrlich ist, die machen das ja eigentlich von allein. Aber ich habe ein Händchen dafür die Knollen so lange zu ignorieren, bis ich herrliche neue Saatkartoffeln habe.


Letztes Jahr habe ich vier unterschiedliche Sorten unter die Erde gebracht. Leider weiß ich nur noch von den blauen Schweden, dass sie so hießen. Keine Ahnung wie die anderen sich schimpfen. Alle waren sehr lecker und wir hatten ein paar feine Mahlzeiten, auch wenn sie kleiner waren, als gedacht, ich nehme an der Trockenzeit geschuldet.


Die kleinsten habe ich am Ende gar nicht verwendet, ich hatte sie einfach gewaschen in der Laube stehen gelassen. Ein Topf lag umgestülpt drauf und irgendwie kam dann der Herbst schneller als gedacht und dann der Winter, der zwar keiner war, aber ungemütlich genug, um sich nicht lange im Gärtchen aufzuhalten.


Als ich dann kürzlich die Gartenküche aufgeräumt und saisonfein gemacht habe, gab es die freudige Überraschung. Keimkartoffeln und gar nicht mal wenige! Drei Sorten keimten fröhlich im Garten vor sich hin und zu Hause hatte ich geschafft noch eine weitere Sorte ,festkochende, so lange liegen zu lassen, dass auch sie Frühlingsgefühle entwickelten.

Ich kann also, was den Kartoffelnachschub angeht, nicht klagen und da jetzt auch die Frostnächte ein Ende haben, können die Kartoffelbehälter, sogenannte Gardernmates neu bestückt werden. So heißen die Stoffbehälter, die ich extra mal dafür angeschafft habe, ich glaube inzwischen nutze ich sie dann die dritte Saison.


Alles ist jedenfalls vorbereitet und am Wochenende geht’s endlich los. Ein Gardenmate, es waren ursprünglich vier, hat es allerdings nicht geschafft, er muss für Mäuse sehr delikat gewesen sein. Lochfrass und eine Art Nest haben sein Ende besiegelt, das Nest war ohnehin verlassen.

Drei Sorten Kartoffeln reichen mir aber ohnehin.


Pro Kartoffelsack passen übrigens 60 Liter Erde rein. Ich habe immer 5 Kartoffeln genommen und versetzt versenkt. Das Drei- bis Vierfache haben wir wieder als Ertrag herausbekommen. Für uns zum Eigenverbrauch reicht das völlig aus, so viel Kartoffeln essen wir ohnehin gar nicht.



Und am Ende würde bei mehr sowieso immer mein Händchen, dass ich sie zum Keimen bringe, gewinnen. Auch habe ich im Garten gar keine klassischen Beete mehr, sondern viele Kasten- oder Hochbeete und dadurch auch eher Platz für die “Kartoffeln im Sack”. Die stehen dann da, wo es eben geht.

Kürzlich habe ich noch von einem super Tipp gelesen, für wenn man nicht so viele vorgekeimte Kartoffeln hat: Je nach Vielzahl der Keimstellen an einer Kartoffel, kann man diese durchschneiden, so dass man mehrere Hälften oder Viertel mit gekeimten Sprossen hat. So erhöht man den Ertrag ohne die Menge der Keimkartoffeln erhöhen zu müssen. Werde ich dieses Jahr mal ausprobieren und vielleicht im Laufe des Jahres berichten.


Man spart sich übrigens hier das anhäufeln, da die Kartoffeln ungefähr auf dem mit im unteren Drittel Erde gefüllten Sack begraben werden, ist darauf genug Erde, damit sie immer reichlich bedeckt sind. Gießen muss man regelmäßig. Staunässe wird vermieden, weil die Säcke wasserdurchlässig sind. Und die Kartoffelblätter und Blüten machen im Stoffkübel auch richtig was her.



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