Zu früh? Zu warm?

Dass das Klima sich verändert oder eine Erderwärmung nachgewiesen wird, steht ausser Frage und soll nicht Thema meines kleinen, feinen Blogposts sein. Das schonmal einleitend für Euch. Nicht dass da Klagen kommen, von wegen “unwissenschaftlich” und so. Ich dachte nur grad so im warmen, muckligen Bett liegend über was nach, denn in meinem Instgram Feed stolpere ich immer wieder über Posts zu Frühblühern und Frühlingsblühern und oft steht als Bildunterschrift die Frage im Raum: sind die zu früh?

Dabei bin ich gerade nach Eingabe meiner Frage “ob es ein zu warmer Februar sei” bei einer Suchmaschine im Netz über was gestolpert, was ich als Gärtner mehr im Auge haben könnte, aber gern vergesse. Bauernregeln.


Ganz sicher sind sie nicht zwangsläufig statistisch belegbar, aber Sie waren im analogen Zeitalter für Bauern und Gärtner eine nicht von der Hand zu weisende Orientierungshilfe.


Jede Regel kannste natürlich aber mit ‘ner anderen ausstechen - Ausnahmen bestätigen die Regel und immer kommt es anders als man denkt. Allein diese vielen Redewendungen sind ein sehr gutes Beispiel dafür, dass man dran glauben kann, aber nicht muss und es mit gutem Willen oder vielleicht auch Gutgläubigkeit zu tun hat, je nachdem, welchen Schuh man sich anzieht. schauen wir uns mal zwei für den Februar an.

Bauernregel: Je nasser der Februar, desto nasser wird das ganze Jahr.


Da bin ich mal gespannt. In 60% der Fälle einer statistischen Überprüfung trifft diese These lt. Wetter.de zu. Und das bedeutet dann nicht, dass nun jeden Tag mit Regen zu rechnen ist, aber es regnet eventuell häufiger. In 60 Prozent der Fälle, das zeigen statistische Analysen vergangener Jahre. Es gilt aber auch im Umkehrschluss: In sechs von zehn Jahren folgt nach einem trockenen Februar ein insgesamt zu trockenes Jahr. Wie war es denn die letzten zwei Jahre?

Bauernregel: Wenn der Hornung warm uns macht, friert's im Mai noch oft bei Nacht.


Der Februar wurde damals im Volksmund als Hornung bezeichnet, weil im Februar das Vieh hörnt. Der Bauer begann nun, sich auf das kommende Frühjahr und die damit verbundenen landwirtschaftlichen Pflichten vorzubereiten. Nach dieser Regel bringt ein milder Februar häufig aber Spätfröste im Frühling. Für diese Regel konnte statistisch allerdings kein Zusammenhang nachgewiesen werden.


Bei diesen beiden Beispielen will ich es auch direkt belassen, denn ich bin auch 2017 schonmal zum Wetterfrosch mutiert und habe mir so gar meine eigene Gärtnerregel gedichtet. Ist gern hier auf dem Beetkultur Blog nachzulesen.

Wer mehr Bauerregeln will, der schaut bei wetter.de nach, welche weiteren es gibt und ob sie sich vielleicht auch eh untereinander ausschließen.

Was ich nach wie vor beherzigen will, sind obersten aller Regeln:


Nicht zu früh anfangen, Packungsaufdruck beachten, die Eisheiligen und danach kommt gleich ganz unwissenschaftlich mein Bauchgefühl.

Achso, ist der Februar jetzt eigentlich zu warm?

Der Januar 2020 war der wärmste Januar in Europa, gemeinsam mit dem Januar 2016. Weltweit seit Beginn der Aufzeichnungen. Das teilte der europäische Klimawandeldienst Copernicus Climate Change Service am vergangenen Dienstag mit. Auch der Februar gibt sich schon alle Mühe, Rekorde zu brechen. Für Mitte Februar sind im 30 Tage Trend bereits Temperaturen um 15° angekündigt. Für je nach Gehend. Also nicht hier. Und nicht in meinem Wetter. Was weiß ich wo.

Für morgen gibt’s für hier jedenfalls erstmal Sturmwarnung. Aber auch da heißt es: abwarten, wird ja glücklicherweise meist nicht so heiß gegessen, wie gekocht.




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